Editorial
In München ist der Dietrich-Bonhoeffer-Verein (dbv) 1983 gegründet worden.
Mit seiner Jahrestagung “Widerstandserfahrungen und gesellschaftliche
Verantwortung” vom 4.-6.05.2001 kehrt der Verein das erste Mal seit
vielen Jahren an seinen Entstehungsort zurück.
Im Untertitel des Tagungsthemas wird zu einer “anstößigen Tagung” eingeladen.
Es ist damit nicht nur gemeint, dass die Tagung ganz allgemein Anregungen
und Denkanstöße vermitteln will. Es wird mit dieser Formulierung zusätzlich
auf den “anstößigen Gottesdienst” angespielt, der 1995 in München stattfand.
Damals wurde in einem “Werkstattgottesdienst” zum Bonhoeffer-Gedenken
das Wirken des Münchener Ex-Dekans Theodor Heckel einer kritischen Würdigung
unterzogen. Die Wellen schlugen hoch. Das für und Wider wurde emotional
vorgetragen.
Mit der vorliegenden Sonderausgabe der “Verantwortung” wollen wir zu
einer Versachlichung der Diskussion beitragen. Sie finden auf den folgenden
Seiten Presseberichte zu den Vorgängen 1995, historische Dokumente (zum
Teil das erste Mal veröffentlicht) sowie aktuelle Textbeiträge. Wenige
Hinweise zum Verständnis und zur Erläuterung:
Die Dokumente auf Seite 9 ff. (Heckel-Brief vom 7. Nov. 1933) und S.
32 ff. (Heckel-Brief vom 16. April 1935) stammen aus dem Archiv des
Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf. Die schlechte Qualität der Fotokopie
auf S. 40 bitten wir zu entschuldigen.
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Wegen der Wichtigkeit des Dokuments
haben wir uns dennoch zum Abdruck entschlossen. Der Wortlaut des Dokuments
kann nachgelesen werden in den Dietrich Bonhoeffer Werken (DBW) Band
14, S. 126. Die Wiedergabe der berühmten Fanö-Rede von Dietrich-Bonhoeffer
“Kirche und Völkerwelt” S. 28 ff. ist eine Fotokopie aus DBW Band 13,
S. 298 ff.
Danken möchten wir allen, die etwas zum Entstehen dieser Sonderausgabe
beigetragen haben:
Pfarrerin Regina Molnar, Leiterin der Ev. Stadtakademie in München,
Mitveranstalterin unserer Jahrestagung 2001, die zu dieser Sonderausgabe
ihre Rede zur Verhüllung des Porträts von Theodor Heckel (S. 39) und
den Vortrag von Armin Boyens (S. 49 ff.) beigesteuert hat;
Dr. Wolfram Rhode-Liebenau für seinen eigens für diese Sonderausgabe
recherchierten Aufsatz (S. 16 ff.);
Claudia Sievers, Dr. Wernfried Schreiber und Irmela Milch für ihre tatkräftige
Unterstützung bei Schreib- und Layoutarbeiten.
Ein besonderer Dank gebührt Gudrun Schreiber, in deren Händen die redaktionelle
Betreuung der Sonderausgabe lag und die mit ihren beiden Beiträgen (S.
3 ff.; 36 ff.) den Gesamtzusammenhang des Themas aufgearbeitet hat.
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