
Heft 26
der Zeitschrift „Verantwortung“ Januar 2001
Thema:
„... nicht herrschend, sondern helfend und dienend ...“
Heft 26 beschäftigt sich, anknüpfend an Bonhoeffers Vision einer „Kirche
für andere“, mit den Herausforderungen für die Kirche auf dem Weg ins
21. Jahrhundert. In den Beiträgen werden Ansätze für ein gewandeltes Kirchen-,
Tauf- und Gemeindeverständnis vorgetragen.
ISSN 0936-7454
Preis 5,- EUR
( zzgl. 2,- EUR Versand; inkl. MwSt.
)
Stck.in
 |
Editorial
Wir stehen am Beginn des ersten Jahrhunderts eines neuen Jahrtausends.
Der gesellschaftliche Kontext für kirchliches Reden und Handeln hat
sich verändert – und wird sich weiter verändern.
Es scheint so, dass die Stimme Dietrich Bonhoeffers immer stärker wahrgenommen
wird. Der Film „Die letzte Stufe“ hat dazu beigetragen – obwohl der
Film, der Bonhoeffers politischen Widerstand in den Vordergrund stellt,
dabei aber seine Kirchenkritik verschweigt, ein geteiltes Echo fand.
(s.a. beigefügtes Tagungsprogramm )
Die Internationale Bonhoeffer-Gesellschaft führte im August 2000 ihren
VIII. Internationalen Bonhoeffer-Kongress durch. Einer der Höhepunkte
war der Vortrag des katholischen Theologen Prof. D Dr. Johann Baptist
Metz, Universität Münster, über das Thema „Für eine Ökumene der Compassion“.
Johann Baptist Metz nimmt zentrale Momente aus dem Leben und Werk Bonhoeffers
auf - ein Text „in seiner Spur“, der in gekürzter Form als Gastbeitrag
die vorliegende Ausgabe eröffnet.
Die weiteren Beiträge sind Referate, Statements und Unterlagen der Jahrestagung
des dbv zum Thema „...nicht herrschend, sondern helfend und dienend...“.
Es wurde beklagt, dass sich das Bonhoeffer-Gedächtnis allzu oft auf
feierliche Sonntagsreden beschränkt, während im Alltag der Kirche eine
ganz andere "Politik" verfolgt wird. Diese Doppelmoral kann
nur durch grundlegende Reformen abgebaut werden. |
Die
kritische Bilanzierung zielt auf eine neue theologische Standortbestimmung in
den Fragen der Taufe, des Kirchenverständnisses, der Kirchenfinanzierung und
der Kirche unter den Soldaten.
Man wird einigen Texten sofort
abspüren, dass sie kurz nach dem Kosovo-Krieg entstanden sind. Unsere
Gewissen waren in Mülheim zutiefst beunruhigt. Von Bonhoeffer haben
wir gelernt, dass die Friedensfrage in das Zentrum der ethischen Besinnung
und der christlichen Verantwortung gehört.
Die „Verantwortung“ ist kein amtliches Mitteilungsblatt, sondern ein
Dialogforum. Wir freuen uns über Leserbriefe, Stellungnahmen und andere
Beiträge. Die Beteiligung unserer Leserinnen und Leser an der Gestaltung
der „Verantwortung“ kann gerne noch etwas reger und lebendiger werden.
Der christliche Glaube ist grundsätzlich auf Gemeinschaft und Dialog hin
angelegt.
In der Überzeugung, dass die Jahreslosung für 2001 in diesem
Sinne dialogisch gemeint ist:
In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der
Erkenntnis.
Kolosser 2,3
wünscht für das Neue Jahr allen Leserinnen und Lesern alles Gute, auch im Namen der Redaktion,
|