• Die Fragestellung
Für das Buch „DIE FINKENWALDER RUNDBRIEFE“ sind vier Kapitel geplant:
I. Texte zur Konzeption des Predigerseminars und des Bruderhauses Finkenwalde;
II. Die 23 Rundbriefe aus dem Predigerseminar samt Beilagen (Meditationstexte, Predigten, Berichte, thematische Ausarbeitungen usw.) aus den Jahren 1935-1937;
III. Die 18 „persönlichen“ Rundbriefe Bonhoeffers an die Brüder aus den Jahren 1937-1942 (mit der staatspolizeilichen Schließung des Predigerseminars 1937 tauchte die illegale Theologenausbildung in hinterpommerschen Sammelvikariaten unter; die nun an die Finkenwalder Brüder abgehenden Rundbriefe mussten infolge staatlicher Vorschriften „persönliche“ Briefe sein);
IV. Umlaufbrief der Sigurdshofer Sammelvikariats-Kandidaten vom Sommer 1939 (Kladde mit Eintragungen aus den Jahren 1941-1946, die zwischen den sechs Teilnehmern und ihrem Inspektor Eberhard Bethge herumgeschickt wurde).
Das Buch wird einen Zeitzeugenbericht von Otto Berendts enthalten. Die Register (Zeittafel, Kursteilnehmer, Abkürzungen, Literatur, Bibelstellen, Personen, Sachen und Orte) werden die Benutzbarkeit des Buches fördern.
Die Finkenwalder Rundbriefe zeigen, wie Bonhoeffer seine Theologie in der Seminarausbildung umgesetzt hat und wie sie sich in den Texten und Berichten der Seminaristen widerspiegelt. Wichtig ist nicht nur, was in den Briefen gesagt wird, sondern auch dasjenige, was nicht gesagt bzw. bewusst verschwiegen wird.
Spannend ist das Verhältnis der Finkenwalder Rundbriefe zum Thema Widerstand. Ist das Thema Widerstand in der Seminarausbildung ausgeklammert worden, weil Bonhoeffer „entpolitisiert“ hat, oder hat seine Theologie auch in Finkenwalde die Möglichkeit und Notwendigkeit von Widerstand mitgedacht – obwohl der Widerstand nicht offiziell zum Thema gemacht werden konnte?
Und schließlich: Hat der Weg der Bekennenden Kirche in Finkenwalde an Gewissheit zugenommen, oder ist er allmählich in immer größere Zweifel und Ungewissheiten geraten?
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